Solidaritätsdemos in Berlin, Amsterdam, London gestartet

Verschiedene Anti-Rassismus-Organisationen werden morgen auf dem Dam-Platz in Amsterdam eine Demonstration abhalten, um gegen die sogenannte Polizeibrutalität gegen Schwarze in den USA und der EU zu protestieren. Der Protest wurde durch den Tod von George Floyd in der amerikanischen Stadt Minneapolis ausgelöst, der letzte Woche nach einer schweren Polizeiverhaftung starb. Das führte zu einer Welle von Unruhen in amerikanischen Städten. Aber auch in Deutschland und England sind Menschen auf die Straße gegangen, um zu demonstrieren.

Die Demonstration in den Niederlanden ist eine Initiative des Kollektivs Kick Out Zwarte Piet in Zusammenarbeit mit Black Queer & Trans Resistance NL. Laut den Organisatoren „erinnert dies an ähnliche Ereignisse im Inland wie #MitchHenriquez, der vor fünf Jahren während seiner Verhaftung in Den Haag von Polizisten erstickt wurde.“

Sie sagen weiter, dass „institutionelle rassistische Gewalt gegen Schwarze ein Problem ist, das auch in den Niederlanden und im übrigen Europa auftritt.“ Eine Sprecherin der Organisation sagt, dass die Demonstration bei der Gemeinde registriert wurde und dass die Anzahl der Demonstranten erst am 1. Juni an das Versammlungsverbot gebunden ist. Die Demonstranten sind jedoch aufgefordert, gemäß den Koronamaßnahmen einen Abstand von 1,5 Metern einzuhalten, Gesichtsmasken zu tragen und gegebenenfalls Handschuhe und Desinfektionsgel mitzubringen und bei Erkältungen zu Hause zu bleiben.

Kniende Menschen

In London gingen Demonstranten heute auf die Straße, um gegen die Brutalität der Polizei zu demonstrieren. Mindestens fünf Personen wurden festgenommen. Der Protest begann auf dem Trafalgar Square. Hunderte von Menschen knieten dort als Zeichen der Solidarität. Danach gab es auch eine Demonstration vor der amerikanischen Botschaft. Dort wurden fünf Personen festgenommen, drei wegen Verstoßes gegen die Koronaregeln und zwei wegen Angriffs auf Polizisten.

Hunderte von Menschen gingen in Berlin und Kopenhagen auf die Straße, um zu demonstrieren. Dort sangen sie Texte, die auch bei Demonstrationen in den USA verwendet werden, wie „Gerechtigkeit für George Floyd“.

Wieder in den USA

Viele amerikanische Städte bereiten sich jetzt auf neue Proteste und mögliche Unruhen vor. Der Gouverneur des Bundesstaates Minnesota, in dem sich Minneapolis befindet, hat bereits die Nationalgarde hinzugezogen und nun auch die umliegenden Bundesstaaten um Unterstützung gebeten. Die Proteste, die an mehreren Orten zu Unruhen und Plünderungen führten, haben in den letzten Tagen bereits zwei Menschen getötet.

Präsident Donald Trump forderte am Sonntag Gouverneure und Bürgermeister auf, die Nationalgarde zu engagieren. Bei den Präsidentschaftswahlen im November, Joe Biden, schlug er auf demokratische Bürgermeister und Gouverneure und seinen Gegner ein. „Die Welt beobachtet und lacht dich aus, das ist was du willst“, sagte Trump. Viele demokratische Politiker, wie der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, verurteilten die Unruhen, zeigten jedoch Sympathie für die Proteste und den Zorn der Aktivisten.

Social Media erhält bereits Berichte über Unruhen und Unruhen in Städten wie Chicago und Philadelphia. In Philadelphia soll ME mit Tränengas interveniert haben.

Die zweite Welle

In der Zwischenzeit befürchten Experten, dass die vielen Treffen zu einer zweiten Welle von Coronavirus-Infektionen führen könnten. Der Bürgermeister der US-Stadt Atlanta forderte die Demonstranten auf, getestet zu werden, und sagte gestern Abend: „Es gibt immer noch eine Pandemie in Amerika, die schwarze und braune Menschen stärker trifft.“

Ihre Kommentare kamen, als sich die Zahl der US-Todesopfer am Sonntag 104.000 näherte, berichtet NBC News. Nach Angaben der Johns Hopkins University sind weltweit fast 370.000 Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben.

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